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Logbuch der Anthana << aktueller Logbucheintrag


26.10.2007 
Lat 27° 48,960' N      Lon 015° 45,950' W
Geburtstagsgeschenk: Mitsegeln für 1 Woche
Ja, es war ein Geburtstagsgeschenk für einen der sechs Männer: Anthana Exklusiv für ihn und fünf seiner Freunde - Mitsegeln auf einem 1 Wochen Kanarentörn. Tatsächlich brachte er 5 Männer mit und so wurde daraus ein echter Männertörn...

Vier davon hatten überhaupt keine Segelerfahrung - gut, dass Anthana-Segeltörns auch gut für Segelunerfahrene wie -erfahrene geeignet sind... Drei kanarische Inseln haben wir uns ersegelt: Gran Canaria (Start und Ziel), Teneriffa als Durchgangsinsel und La Gomera als schönstes Zwischenziel, wie alle Männer finden. 174 sm sind wir gesegelt, Fische wurden nur einmal am Anfang gefüttert und dann waren alle fit für das Segeln im Atlantik.

Heute morgen nochmal ausschlafen, kurzes Frühstück und dann wollen alle nochmal Geschenke für die Daheimgebliebenen, Frauen udn Kinder kaufen... viel Zeit bleibt nicht bis zum Abflug, also mittags die Yacht verlassen und los geht es...

Dem Skipper bleibt das umfangreiche Aufklaren der Yacht und Vorbereiten für den nächsten Törn, der morgen beginnt. Die ersten Gäste sind schon auf der Insel und voller Vorfreude...


25.10.2007 
Lat 27° 48,960' N      Lon 015° 45,950' W
Mitsegeln in der Düse vor Gran Canaria
Wieder lang schlafen, Michael geht noch mal vor dem Frühstück einkaufen und Bernd kocht super Eier...

Die Wetterprognosen versprechen N 3-4... Als wir Las Galletas um 1130 verlassen, haben wir nur NE 1-2... aber immerhin, wir setzen gleich die Segel. DOch dei Segelfreuden halten nicht lange vor - eine halbe Stunde später ist der Wind eingeschlafen und wir müssen zunächst motoren.

DOch rund 22 sm vor Gran Canaria kommt der Wind endlich in segelbarer Stärke zurück - wenn auch aus NNE. Zwischendurch sahen wir mal wieder Wale, wenn auch nicht ganz so nah, wie beim ersten Mal... und fliegende Fische...

Der WInd ist anfänglich schwach, frischt dann immer weiter auf - es sind plötzlich auch wieder weiße Wellenkämme um uns herum: 4 Beaufort. Der Skipper prüft den Horizont und bindet mit Bernd und Michael Reff 2 ins Groß. Kaum ist es vollbracht, haben wir auch schon 5-6 Beaufort mit 1,5 m hohen Wellen - je nach dem, wie die Yacht die Wellen schneidet spritzt es mitunter nicht nur über den Bug und das Vordeck, sondern auch bis zur Sprayhood, die so ihrem Namen alle Ehre macht. Doch dann ist es auch schon passiert: eine deuzlich höhere Welle mit viel Gischt klatscht seitlich an die Yacht und alle Mitsegler und der Skipper werden fast bis auf die Knochen nass - gut, dass das Wasser über 22 Grad warm ist, die Lufttemeratur fast 30 Grad beträgt und die Sonne scheint...

Anfänglich sind wir mit 35 Grad hoch am Wind gesegelt und hielten mit einem Kurs von 105 Grad direkt auf Puerto de Mogan zu. Um weder Mannschaft noch Schiff zu sehr zu trapazieren fällt der Skipper auf bis zu 135 Grad ab. So könnenwir einerseits die Wellen besser abreiten und andererseits lassen sich so die stürmischen Böen besser abreiten. Die verlorene Höhe auf Mogan wird nicht schlimm sein: entweder dreht der Wind weiter und folgt dem Küstenverlauf - dann können wir wieder direkt auf Mogan zu halten, oder die Düse wird einschlafen...

So segeln wir mit bis zu 9,7 Knoten über Grund auf den Windschatten südlich von Mogan zu. Und plötzlich - binnen ein bis zwei Kabellängen - ist es vorbei: nur noch umlaufend 1 Beaufort. Wir sind 8 sm vor Puerto de Mogan und laufen den Rest unter Motor... Nun kann wieder gepinkelt werden... VOr dem Hafen werden wir gebeten, mit der EInfahrt zu warten, da einiges los sei... Um 1920 sind wir römisch-katholisch fest. Den Männern hat auch dieser Törn gut gefallen, da so alles dabei gewesen sei - so etwas wie heute hätten sie noch nicht erlebt und konnten sich bislang nicht vorstellen, wie plötzlich sich die Windverhältnisse ändern können... Kanaren segeln... meistens kann man sich die guten Seiten heraus suchen.

Skipper meldet uns beim Hafenmeister an und die Mitsegler spritzen die Yacht vom Salz ab, dann sich selbst duschen und ab geht es ins Patio Canario...


24.10.2007 
Lat 28° 00,439' N      Lon 016° 39,629' W
Mitsegeln von La Gomera nach Teneriffa - Las Galletas
Gestern abend waren wir einfach zu früh für die Restaurants... die Spanier haben nunmal späte Essens-zeiten und wir früher Hunger. So landeten wir per Zufall erstmal in einer spanischen Kneipe, Bar genannt. Max. 25 qm groß, ein ehemaliger Schlachter-Tresen und viele Tische mit kleinen Stühlen, die Wände halb hoch gekachelt, der Fernseher läuft und ca. 5 Gäste... bis wir kamen... lautes spanisches Geschnatter gemischt mit lautem Fernsehton, dazu Cerveza, Tinto und eine Vorspeisenplatte mit Jamon, Queso, Olivas... dann ist Fußball im Fernsehen angesagt: Bukarest gegen Sevilla und ca. 10 weitere Gäste kommen rein... einfach schön zu erleben... Anschließend gingen wir noch richtig essen.

So langsam sind den Männern die vielen Gambas und der häufige Fischkonsum deutlich anzumerken... oder liegt es einfach daran, dass sie schon zu lange von zu Hause weg sind?

Heute morgen wieder lang schlafen, Peter holt sogar mal frische Börtchen und ein paar süße Leckerlies und gegen 1150 laufen wir bei NE 2 gen Osten aus. Setzen gleich die Segel und segeln mit 6-7 Knoten Teneriffa entgegen. Kaum Welle erfreut die Männerherzen...

Reinhold der Einarmige sieht schon wieder Wale - er hat einfach ein Adlerauge... - heute sind es richtig viele. Dazu eine Halo-Erscheinung um die Sonne herum, während der Wind lansam auf NW dreht und umfangreiche Bewölkung mit sich bringt. Dabei ist gute Sicht - selbst auf den El Teide - und wir selbst segeln in der Sonne. Der Wind ist zwischendurch sehr schwach und wir segeln nur mit 2,5 bis 3,5 Knoten.

11, 12 sm vor Teneriffa frischt der WInd auf, Gischt tanzt auf den Wellen: 4 Beaufort und wir werden wieder schneller... segeln bis vor den neuen Hafen Las Galletas und bergen dort die Segel.

Mitten in der Hafeneinfahrt viele kleine Bojen, Schiffe an Moorings, der Weg ist nicht gekennzeichnet, aber ein Marinero weist uns den Weg. Bei 5 Beaufort umfahren wir die Hindernisse im engen Hafenbecken und vermissen das Bugstrahlruder, das uns rückwärts schnell korrigieren könnte. Aber wir legen auch so sauber römisch-katholisch an und gehen zum ANleger über. Bernd und Reinhold der Einarmige geben das beste als Koch - Vorspeise: Chorizo in Weiswein ausgekocht, dazu Salat und Weisbrot, Hauptgang: Schmetterlingsnudeln mit verschiedenen Pestos... und einer selbst gemachten Tomatensoße.


23.10.2007 
Lat 28° 05,345' N      Lon 017° 06,486' W
Segeltörn von Teneriffa nach La Gomera mit Wale Watching
Die WIndprognosen sind nicht toll - aber immerhin würde es uns den Weg nach La Gomera eröffnen - wenn zur Not auch unter Motor...

Als wir um 1230 BZ San Miguel auf Teneriffa mit Kurs zur Südspitze verlassen, haben wir Westwind mit immerhin 2-3 Beaufort. Südlich von Las Galletas setzen wir Vollzeug und müssen erstmal auf SW-Kurs abfallen.

Reinhold mit dem gebrochenen Handgelenk (kam schon so an Bord und muss standardmäßig eine Rettungsweste tragen), der gestern schon einen fliegenden Fisch sah, entdeckt kurz nach dem Segel setzen Wale... Und Hubert ist der glückliche und erste Anthana-Mitsegler, dem es gelingt einen Wal in ansprechender Größe und scharf aufs Foto zu bannen...

Je weiter wir nach Westen vordringen, desto mehr dreht der Wind recht - langsam auf NW, dann auf N... so können wir uns hoch am Wind immer mehr La Gomera zuwenden. Andere Yachten können die Höhe nicht mit dem Tempo halten und müssen sich von uns überholen lassen, was den Skipper freut...

8 sm vor San Sebastian de La Gomera ist es vorübergehend vorbei mti den Segelfreuden - doch 3 sm später kommt er wieder und sogar direkt von NE, sodass wir direkt auf San Sebastian zu halten können. Einfach Klasse!

Römisch katholisch angelegt, Hubert duscht kalt und spritzt die Yacht ab und befreit sie von der Salzkruste, so wie gestern auch...

Gleich geht es ins Restaurant...


22.10.2007 
Lat 28° 01,256' N      Lon 016° 36,676' W
Heute wird Farbe bekannt
Segeln will die Crew - weit, schnell und entspannt - und doch möchte es aufregend sein. Die Vorhersagen versprechen ideale Bedingungen: NE 5 abnehmend 3...

Bei West 5 laufen wir aus und setzen gleich die Genua - eigentlich müsste bald die Düse kommen... doch statt dessen dreht der Wind - mal auf Süd, mal auf Ost, zur Abwechselung auch mal Nord und dann wieder West... Dann endlich - wir müssten weit genug von der Gran Canaria entfernt sein, um aus den ABdeckungen und Fallwinden verschont zu werden - segeln wir mit Groß und Genua bei 7,5 Knoten und 1 m Atlantik-Dünung gen Westen, als plötzlich von einer Sekunde auf die Andere die Segel umschlagen... nach zwei Kabellängen sit der Spuk vorbei: Windrichtung und -stärke stabilisieren sich auf Nord bei 3-4.

Bernd und beide Reinholds füttern die Fische an - dabei haben wir doch gar keine Angel dabei... Eigentlich wollten wir nach Santa Cruz de Teneriffe, doch der Wind bleibt hartnäckig bei Nord mit leicht westlichem Einschlag... wir müssten zuviel kreuzen, um dorthin zu kommen. Also ändern wir unser Tagesziel auf Puerto San Miguel an der der Südspitze von Teneriffa statt Santa Cruz an der Nordostspitze. Die letzten 3 Stunden gibt es doch noch NNE mit 4-5, sodass wir jetzt die Segel öffnen können und mit bis zu 8,7 Knoten über Grund (GPS gemessen) und schönstem Sonnenschein dahingleiten.

Um 1830 machen wir längsseits in der Marina fest, duschen mit der Borddusche außen und machen uns auf ins Restaurant.


21.10.2007 
Lat 27° 48,962' N      Lon 015° 45,949' W
Segeltörn zum Eingewöhnen
Erstmal in Ruhe frühstücken, dann die Einkaufsliste besprechen und das dann einkaufen ... zum Glück funktioniert aufgrund der Menge des Einkaufs auch am Sonntag der Lieferservice bis zu Yacht. Verstauen der Getränke und Lebensmittel, Sicherheitseinweisung...

An Bord sind zwei die Erfahrung haben - der Rest scheint ohne... also Ablegemanöver besprechen, dabei schon mal auf die Moorings hinweisen, die wir nachher wieder brauchen, und raus geht es auf den Atlantik. Yacht aufklaren und Segel setzen. Heute wollen wir erstmal den Gebrauch der Yacht üben und uns an den Seegang gewöhnen. Der Wind ist schwach aber reicht uns zum segeln... Hubert am Ruder vergisst ganz seine Seekrankheit, die gar nicht auftritt.

Der Wind schläft dann irgendwann ein und wir laufen das kleine Stück bis Amfi del Mar zum Ankern und Baden...

Um 1920 BZ dann Anker auf und eine Stunde später sind wir wieder römisch katholisch in Puerto de Mogan fest. Spaß hat es allen gemacht und guter Laune geht es in ein anderes Restaurant.


20.10.2007 
Lat 27° 48,962' N      Lon 015° 45,949' W
Neue Crew für einen reinen Männertörn
Die neue Crew kommt erst spät: 1930 LT (Local Time / Ortszeit). Bleibt genügend Zeit für den Skipper die Yacht gründlich zu putzen und das Leben am Steg in Puerto de Mogan zu betrachten:

Da sind zwei deutsche Kutter, die jweils zweimal täglich Dolphin und Wale-watching-Fahrten durchführen - mit reiner Laufkundschaft vom Steg. Besatzung fast durchweg deutsch... Dann gibt es Alois mit seinem Katamaran, KFZ-Meister (wenn ich mich richtig erinnere) und führt hier vor Ort Yachtservice- und Motoren-Arbeiten durch... Der Engländer mit seiner Frau, die ebenfalls auf ihrer Yacht leben und einen Marine-Shop in Puerto de Mogan haben...

Abends kommen dann Reinhold und Reinhold, Hubert, Peter, Bernd und Michael auf die blank geputzte Yacht - nach Begrüßungstrunk und -snack (Chorizo und Barra) geht es auf ins Lieblingsrestaurant des Skippers. Nach Kabinenaufteilung und Gepäck verstauen geht es in die Kojen - ein langer Tag für die neue Crew.


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